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Beglaubigungen

Diverse Stempel an einer Halterung

Beglaubigung, © Photothek.de

Artikel

Allgemeine Hinweise

Sie sollen vor einem Konsularbeamten einer deutschen Auslandsvertretung ein Dokument unterschreiben?
Die nachfolgenden Informationen sollen Ihnen veranschaulichen, dass es im deutschen Recht grundsätzlich zwei verschiedene Formen der Erstellung öffentlicher Urkunden gibt: Die Form der Unterschriftsbeglaubigung und die Form der notariellen Beurkundung. Bei beiden Formen erfolgt die Unterzeichnung eines Dokuments. Gesetzgeber und Rechtsprechung legen fest, wann welche Form Anwendung findet. Bitte lesen Sie daher die untenstehenden Informationen, bevor Sie die Deutsche Botschaft kontaktieren.

Obwohl die nachfolgenden Informationen mit größter Sorgfalt zusammengestellt wurden, kann eine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit nicht gegeben werden.

Kopien

Die Beglaubigung von Kopien durch die Botschaft erfolgt sofort während der Öffnungszeiten. Die Gebühren belaufen sich auf 10 € pro Beglaubigungsstempel. Der Betrag wird zum aktuellen Tageskurs der Botschaft in SGD umgerechnet. Die Zahlung kann in bar oder mit einer Kreditkarte der Gesellschaften Visa oder Master erfolgen. Vorzulegen ist das Original mit der zu beglaubigenden Kopie.

ACHTUNG: Für Ausweisdokumente besteht grundsätzlich ein gesetzliches Kopierverbot. Die Beglaubigung einer Passkopie muss also nachweislich erforderlich sein. Bitte bringen Sie bei Vorsprache in der Botschaft einen solchen Nachweis sowie den Originalpass und die zu beglaubigende Kopie mit.

Unterschriften

Mit der Unterschriftsbeglaubigung bestätigt der Notar bzw. Konsularbeamte, dass die genannte Person das Dokument vor ihm unterzeichnet hat. Die Unterschrift muss persönlich vor dem zuständigen Konsularbeamten geleistet oder vor ihm anerkannt werden. 

Eine Unterschriftsbeglaubigung kann in der Regel auch durch einen singapurischen „notary public“ vorgenommen werden. Bitte klären Sie vorab mit der Stelle in Deutschland, der das Dokument vorgelegt werden soll, ob dies akzeptiert wird.

Eine Belehrung über die rechtliche Bedeutung des zu unterzeichnenden Dokuments findet bei der Unterschriftsbeglaubigung nicht statt. In vielen Fällen ist die Unterschriftsbeglaubigung ausreichend, um ein Dokument rechtlich wirksam werden zu lassen.

Einige Beispiele hierfür sind:

* Genehmigungserklärung: Erklärung, mit der ein Vertretener einen in Deutschland bereits unterzeichneten Vertrag im Nachhinein genehmigt

* „einfache“ Vollmachten: Vollmachten, in denen sich der Vollmachtgeber weniger stark bindet, z. B. widerrufliche Vollmachten für ein einzelnes Rechtsgeschäft

* Handelsregistereintragungen

* Beantragung eines Führungszeugnisses Polizeiliches Führungszeugnis

* Erklärung zur Ausschlagung einer Erbschaft Erbschaftsangelegenheiten

Benötigte Unterlagen

Zur Unterschriftsbeglaubigung bringen Sie bitte mit:
•    das zu unterzeichnende Dokument
•    gültiges amtliches Ausweispapier mit Lichtbild (Reisepass, Personalausweis oder Führerschein)
•    Aufenthaltserlaubnis für Singapur (z.B. employment/dependant pass)
•    ggf. Vertretungsvollmacht (Original oder beglaubigte Kopie)
•    bei Genehmigungserklärung: bereits geschlossener Vertrag
In Einzelfällen kann die Vorlage weiterer Urkunden erforderlich sein.

Gebühren

Die Gebühr für eine Unterschriftsbeglaubigung orientiert sich am Wert des Rechtsgeschäfts, für das Sie die Urkunde benötigen und kann zwischen 25,- Euro und 250,- Euro betragen. Die Gebühr wird zum jeweiligen Tageskurs der Deutschen Botschaft in SGD umgerechnet und kann in bar oder per Kreditkarte (Visa oder Master) beglichen werden.

Legalisation ausländischer Urkunden

Ausländische öffentliche Urkunden, wie z.B. Heiratsurkunden oder Vollmachten, werden von deutschen Behörden nicht immer ohne weiteres akzeptiert. Um in Deutschland anerkannt zu werden, muss in diesen Fällen die Echtheit einer Urkunde bzw. ihr Beweiswert entweder durch Aufbringen einer Apostille oder durch Legalisation festgestellt werden.

Singapur ist dem internationalen Apostilleabkommen nicht beigetreten. Daher können singapurische Urkunden nicht mit einer Apostille versehen werden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, Urkunden durch die Deutsche Botschaft Singapur legalisieren zu lassen.

Für die Legalisation von deutschen Urkunden und Dokumenten, die Sie in Singapur verwenden möchten, wenden Sie sich bitte an die singapurische Botschaft in Berlin oder an die Behörde in Deutschland, von der die Urkunde ausgestellt wurde.

Legalisation singapurischer Personenstandsurkunden

Personenstandsurkunden aus Singapur müssen zunächst überbeglaubigt werden, bevor Sie von der deutschen Auslandsvertretung legalisiert werden können. Bitte beachten Sie, dass nur nicht-laminierte Originale legalisiert werden können. Sollte Ihnen die Urkunde nur in laminierter Form vorliegen, müssen Sie sich bei der ausstellenden Behörde ein sogenanntes „Abstract“ besorgen.

1. Schritt: Das singapurische Außenministerium (MFA) bringt auf der Originalurkunde (nicht auf einer Fotokopie!) einen Vorlegalisationsstempel an. Dieser lautet „true signature/ document“ und bestätigt die Unterschrift und das Dienstsiegel des Ausstellers/ Standesbeamten der Urkunde. Die Vorlegalisation erfolgt – soweit der Botschaft bekannt – sofort und ist gebührenpflichtig.

2. Schritt: Die Legalisation durch die Botschaft erfolgt sofort während der Öffnungszeiten. Die Gebühren belaufen sich auf 25 €. Der Betrag wird zum aktuellen Tageskurs der Botschaft in SGD umgerechnet. Die Zahlung kann in bar oder mit einer Kreditkarte der Gesellschaften Visa oder Master erfolgen. Vorzulegen ist das Original mit Vorlegalisation durch das MFA.

Legalisation singapurischer Gerichtsurteile und ACRA-Dokumente

Die Deutsche Botschaft Singapur kann singapurische Gerichtsdokumente und ACRA-Dokumente legalisieren.

1. Schritt: Sowohl das Gericht als auch ACRA händigen „computererstellte“ Dokumente ohne Unterschrift und Siegel aus. Diese können in dieser Form nicht legalisiert werden. Die ausstellende Behörde, bzw. der Registrar dort, muss ein „Vorblatt“ mit Unterschrift und Siegel anfügen.

2. Schritt: Bestätigung der Unterschrift und des Siegels durch das singapurische Außenministerium (MFA). Die Vorlegalisation erfolgt – soweit der Botschaft bekannt – sofort und ist gebührenpflichtig.

3. Schritt: Die Legalisation durch die Botschaft erfolgt sofort während der Öffnungszeiten. Die Gebühren belaufen sich auf 45 €. Der Betrag wird zum aktuellen Tageskurs der Botschaft in SGD umgerechnet. Die Zahlung kann in bar oder mit einer Kreditkarte der Gesellschaften Visa oder Master erfolgen. Vorzulegen ist das Original mit Vorlegalisation durch das MFA.

Legalisation von Handelspapieren, die durch einen singapurischen Notary Public oder Anwalt bestätigt sind

Sie haben vor einem Notary Public oder Rechtsanwalt in Singapur einen Vertrag geschlossen, eine Unterschrift beglaubigen lassen oder ein sonstiges Rechtsgeschäft geschlossen, welches für den deutschen Rechtsbereich anerkannt werden muss.

Da singapurische Notare und Rechtsanwälte nicht in jedem Fall deutschen Notaren oder Konsularbeamten gleich gestellt sind, muss Ihr Dokument zuvor von der Deutschen Botschaft legalisiert werden.

1. Schritt: Bestätigung der Unterschrift und des Siegels des Notars durch die Academy of Law.

2. Schritt: Bestätigung der Unterschrift und des Siegels durch das singapurische Außenministerium (MFA). Die Vorlegalisation erfolgt – soweit der Botschaft bekannt – sofort und ist gebührenpflichtig.

3. Schritt: Die Legalisation durch die Botschaft erfolgt sofort während der Öffnungszeiten. Die Gebühren belaufen sich auf 45 €. Der Betrag wird zum aktuellen Tageskurs der Botschaft in SGD umgerechnet. Die Zahlung kann in bar oder mit einer Kreditkarte der Gesellschaften Visa oder Master erfolgen. Vorzulegen ist das Original mit Vorlegalisation durch die Academy of Law und das MFA.

Notarielle Beurkundung

Die Beurkundung ist die „stärkere“ Form bei der Vornahme von Rechtsgeschäften. Auch bei der Beurkundung bestätigt der Konsularbeamte die Identität des Erklärenden, zusätzlich ist er (wie ein deutscher Notar) verpflichtet, den Unterzeichnenden über die rechtliche Bedeutung und die Konsequenzen seiner Erklärung zu belehren.

Der Konsularbeamte beurkundet nur, soweit dies notwendig ist, d.h. wenn gesetzliche Beurkundungspflichten für den deutschen Rechtsverkehr vorliegen. Er tritt hierbei nicht in Konkurrenz zu den deutschen Notaren. Seine Beurkundungen sind ergänzende Dienstleistungen, die sonst nicht erbracht werden könnten. Konsularbeamte handeln nach pflichtgemäßem Ermessen; sie sind im Gegensatz zu einem Notar in Deutschland, der seine Urkundstätigkeit nicht ohne ausreichenden Grund verweigern darf, nicht zur Beurkundung verpflichtet.

Bitte beachten Sie: Nicht an jedem Ort der Welt gibt es deutsche Konsularbeamte, die jede gewünschte Beurkundung vornehmen können. Wer eine Beurkundung im Ausland durch deutsche Konsularbeamte wünscht, sollte rechtzeitig mit der Terminvereinbarung klären, ob ihm vor Ort tatsächlich geholfen werden kann.
Die Botschaft Singapur kann Beurkundungen NICHT vornehmen.

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