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Beziehungen zu Deutschland

21.11.2017 - Artikel

Stand: März 2018

Politische Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen zwischen Singapur und Deutschland sind sehr gut. Sie basieren auf enger Zusammenarbeit im bilateralen wie im multilateralen Bereich. Singapurs konstruktive Rolle in der Regionalorganisation ASEAN (Verband Südostasiatischer Nationen), seine außergewöhnliche Stabilität und seine regionale Bedeutung machen es zu einem wichtigen Partner der deutschen Außenpolitik. Seit 1. Januar 2018 hat Singapur für ein Jahr den Vorsitz von ASEAN inne; ab 1. August 2018 wird es für drei Jahre auch den Vorsitz im EU-ASEAN Joint Cooperation Committee übernehmen. Bei der Förderung der politischen Beziehungen zwischen den europäischen und den asiatischen Ländern wird Singapur als Motor und Vermittler geschätzt. Im November 2015 feierten Deutschland und Singapur den fünfzigsten Jahrestag ihrer diplomatischen Beziehungen.

Die guten bilateralen Beziehungen wurden durch hochrangige Besuche unterstrichen und vertieft. Am 2. und 3. November 2017 besuchte Bundespräsident Steinmeier Singapur; es war der erste Staatsbesuch eines deutschen Staatsoberhauptes in Singapur überhaupt. Im Oktober 2016 sprach Bundestagspräsident Lammert mit seiner damaligen Singapurer Amtskollegin Yacob. Die Ministerpräsidenten von Sachsen, Tillich, und Hessen, Bouffier besuchten Singapur, jeweils auch in ihrer Funktion als Bundesratspräsident und mit großer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation. Der Hamburger Bürgermeister Scholz besuchte den World Cities Summit in Singapur; der hessische Wirtschaftsminister Al-Wasir besuchte Singapur Ende November/Anfang Dezember 2017 mit großer Wirtschaftsdelegation. Der Singapurer Premierminister Lee Hsien Loong besuchte im Juli 2017 Deutschland und nahm am G20-Gipfel in Hamburg teil. Außenminister Balakrishnan nahm am G20-Außenministertreffen im Februar 2017 in Bonn teil und sprach dabei auch mit Bundesaußenminister Gabriel. Beim Besuch von Premierminister Lee im Dezember 2005 in Deutschland hatten Bundeskanzlerin und Premierminister die "Deutsch-Singapurische Erklärung" verkündet, die auf eine Vertiefung der Zusammenarbeit in den Bereichen Politik und Wirtschaft sowie Forschung, Bildung und Kultur abzielt. 

In wichtigen außenpolitischen Fragen wie der Notwendigkeit weltweiter, auf regionale Bündnisse gestützter Friedenssicherung und dem Kampf gegen den Terrorismus, aber auch der Verteidigung von Rechtstaatlichkeit und einer regelbasierten Weltordnung besteht ein hohes Maß an Übereinstimmung zwischen beiden Ländern. Gleiches gilt auch für außenwirtschaftliche Ziele wie etwa die Förderung eines offenen Welthandels, internationaler Kooperation und freien Wettbewerbs. Wirtschaft und Technologie Deutschlands stehen in Singapur in hohem Ansehen.

Wirtschaftsbeziehungen

Singapur ist wichtigster Wirtschaftspartner Deutschlands im Raum der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (ASEAN). Einrichtungen wie die Deutsch-Singapurische Industrie- und Handelskammer (SGC; seit Juli 2004), das German Centre Singapore ( Eröffnung 1995), Germany Trade and Invest, das Germany Singapore Business Forum (GSBF; seit der Gründung 1994 zehn Tagungen, letzte Tagung im August 2016 in Singapur) sowie die staatlichen singapurischen Wirtschaftsförderungsorganisationen Economic Development Board (EDB) und International Enterprise Singapore (IE Singapore) mit Büros in Frankfurt/Main tragen dazu bei, dass die Wirtschaftsaktivitäten in beiden Richtungen intensiv sind. Zur Zeit sind in Singapur etwa 1.600 deutsche Firmen registriert. Angesichts der engen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen kooperiert Deutschland mit Singapur im Bereich der dualen Berufsausbildung. Im Rahmen des „Poly goes UAS“-Programms können Absolventen der „Polytechs“ nach 6-monatigem Deutsch-Kurs am Goethe-Institut zum Studium nach Deutschland. Das „Poly goes SIT“ Programm ermöglicht es „Polytech“-Absolventen, ein duales Studium mit Abschluss Diplom am Singapore Institute of Technology aufzunehmen, das ein ca. einjähriges Praktikum bei einem deutschen Unternehmen in Singapur oder Deutschland beinhaltet.

Die Exporte nach Deutschland beliefen sich 2016 auf 5,37 Mrd. Euro, die Importe aus Deutschland auf 6,71 Mrd. Euro.

Kulturelle Beziehungen

Ein bilaterales Kulturabkommen datiert aus dem Jahre 1990. Schwerpunkte der deutschen Kulturarbeit bilden die Tätigkeiten des Goethe-Instituts (GI), das mit seinen Veranstaltungen und vor allem Sprachangeboten auf ein großes Publikumsinteresse stößt. Größere deutsche Unternehmen in Singapur betreiben eigenes Kultursponsoring vor Ort.

Aufgrund des Bemühens Singapurs, durch die verstärkte Nutzung von Wissenschaft und Hochtechnologie seinen Spitzenplatz in der Weltwirtschaft zu bewahren, nimmt die Förderung der Hochschulbeziehungen eine wichtige Rolle in den bilateralen Beziehungen ein. Es bestehen etwa 80 bilaterale Kooperationen zwischen deutschen Hochschulen und den sechs singapurischen Universitäten. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) unterhält seit 2001 ein Informationszentrum zur Studienberatung, das auf Messen und Informationsveranstaltungen für den Studienstandort Deutschland wirbt. Im Juli 2002 hat TUM Asia als erste „eigenständige Auslandstochter“ einer deutschen Universität – der Technischen Universität München (TUM) – den Studienbetrieb in Singapur aufgenommen. Inzwischen bietet TUM Asia in Kooperation mit singapurischen Universitäten und Polytechnika Bachelor- und Masterstudiengänge sowie Promotions- und Forschungsmöglichkeiten im Rahmen des Forschungsprojekts TUM CREATE an.

Das Fraunhofer-Institut für Graphische Dateiverarbeitung in Darmstadt hat im Mai 2011 in Zusammenarbeit mit singapurischen Partnern ein Forschungszentrum für interaktive und digitale Medien gegründet (IDM@NTU). 

Deutsch rangiert bei den Drittsprachen nach Japanisch und Französisch an dritter Stelle. Die Zahl der Deutschlernenden ist mit ca. 1.800 Personen im Jahr seit Jahren konstant. Die Deutsche Europäische Schule Singapur (GESS) besteht seit 1971 und führt vom Kindergarten bis zur Deutschen Internationalen Abiturprüfung (German Section) bzw. zum International Baccalaureat (IB). Sie ist mit mittlerweile ca. 1.500 Schülern die größte deutsche Schule Asiens und wird im Sommer 2018 in einen neuen Campus umziehen.

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